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	<title>Hundertwasserhaus Blog</title>
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		<title>Die Telefonzelle</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Oct 2013 08:54:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Fürst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Information]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Anfang 1985 steht vor dem Hundertwasser-Haus eine Telefonzelle, die Hundertwasser direkt aus England importierte. Hundertwasser fand, dass eine englische Telefonzelle seiner architektonischen Gestaltung des Hauses und der Umgebung besser entsprach als die damals neu gestalteten österreichischen Telefonzellen, die er &#8230; <a href="http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2013/10/02/die-telefonzelle/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Anfang 1985 steht vor dem Hundertwasser-Haus eine Telefonzelle, die Hundertwasser direkt aus England importierte. Hundertwasser fand, dass eine englische Telefonzelle seiner architektonischen Gestaltung des Hauses und der Umgebung besser entsprach als die damals neu gestalteten österreichischen Telefonzellen, die er in ihrer grauen, hässlichen Geradlinigkeit als Musterbeispiele für das von ihm bekämpfte Rastersystem empfand.<br />
Die englische Telefonzelle beim Hundertwasser-Haus wurde im Sommer 2013 erneuert. Auch der Fliesenboden in der Zelle wurde neu verlegt.<div id="attachment_600" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2013/10/booth-webversion.jpg"><img src="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2013/10/booth-webversion-225x300.jpg" alt="Die 2013 erneuerte englische Telefonzelle." title="booth webversion" width="225" height="300" class="size-medium wp-image-600" /></a><p class="wp-caption-text">Die 2013 erneuerte englische Telefonzelle.</p></div></p>
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		<title>Die Fensterdiktatur und das Fensterrecht</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Sep 2011 13:01:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Fürst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hundertwasser zum Haus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die einen behaupten, die Häuser bestehen aus Mauern. Ich sage, die Häuser bestehen aus Fenstern. Wenn in einer Straße verschiedene Häuser nebeneinanderstehen, mit verschiedenen Fenstertypen, d.h. Fenster-Rassen, zum Beispiel ein Jugendstilhaus mit Jugendstilfenstern, daneben ein modernes Haus mit schmucklosen rechteckigen &#8230; <a href="http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2011/09/28/die-fensterdiktatur-und-das-fensterrecht/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die einen behaupten, die Häuser bestehen aus Mauern.<br />
Ich sage, die Häuser bestehen aus Fenstern.</p>
<p>Wenn in einer Straße verschiedene Häuser  nebeneinanderstehen, mit verschiedenen Fenstertypen, d.h. Fenster-Rassen, zum Beispiel ein Jugendstilhaus mit Jugendstilfenstern, daneben ein modernes Haus mit schmucklosen rechteckigen Fenstern, daneben ein Barockhaus mit barocken Fenstern, so hat niemand etwas dagegen.</p>
<p>Wenn jedoch diese drei Fenstertypen der drei Häuser zu <em>einem</em> Haus gehören, wird das als Verstoß gegen die Rassentrennung der Fenster empfunden.</p>
<p>Warum? Jedes Fenster hat doch einzeln für sich seine Lebensberechtigung. Nach dem herrschenden Regelkodex ist es jedoch so: Wenn die Fenster-Rassen gemischt werden, wird gegen die Fenster-Apartheid verstoßen. Die Apartheid der Fenster-Rassen muß aufhören.</p>
<p>Denn die Repetition immer gleicher Fenster nebeneinander und übereinander wie im Rastersystem ist ein Merkmal der Konzentrationslager.</p>
<p>Fenster in Reih und Glied sind traurig, Fenster müssen tanzen können.</p>
<p>In den neuen Gebäuden der Satellitenstädte und in den neuen Verwaltungsgebäuden, Banken, Spitälern, Schulen ist die Nivellierung der Fenster unerträglich.</p>
<p>Das Individuum, der einzelne, immer andersgeartete Mensch wehrt sich gegen diese gleichmachenwollende Diktatur passiv und aktiv je nach Konstitution: mit Alkohol und Drogensucht, Stadtflucht, Putzwahn, Fernsehabhängigkeit, unerklärlichen körperlichen Beschwerden, Allergien, Depressionen bis zum Selbstmord oder aber mit Aggression, Vandalismus und Verbrechen. </p>
<p>Ein Mann in einem Mietshaus muß die Möglichkeit haben, sich aus seinem Fenster zu beugen und &#8211; so weit seine Hände reichen &#8211; das Mauerwerk abzukratzen. Und es muß ihm gestattet sein, mit einem langen Pinsel &#8211; so weit er reichen kann &#8211; alles außen zu bemalen, sodaß man von weitem, von der Straße sehen kann: Dort wohnt ein Mensch, der sich von seinen Nachbarn, den einquartierten versklavten Normmenschen, unterscheidet.</p>
<p>Hundertwasser, 22. Jänner 1990</p>
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		<title>AUSWAHL AUS PRESSEBERICHTEN zum Hundertwasser-Haus (Originalmiturheber em. o. Univ.-Prof. Arch. DI Josef Krawina)</title>
		<link>http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2011/09/27/auswahl-aus-presseberichten-zum-hundertwasser-haus-originalmiturheber-em-o-univ-prof-arch-di-josef-krawina/</link>
		<comments>http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2011/09/27/auswahl-aus-presseberichten-zum-hundertwasser-haus-originalmiturheber-em-o-univ-prof-arch-di-josef-krawina/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 27 Sep 2011 12:19:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Fürst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezeption]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Mann ist gefährlich …Ich behaupte, daß dieser hervorragende Maler,…als Erneuerer der Architektur eine schwache Nummer ist!&#8230; …Die Modelle Hundertwassers durchmusternd, meine ich, daß es eine Zumutung für den Städter, für ein Asphaltkind aus Überzeugung ist, mit den Hühnern im &#8230; <a href="http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2011/09/27/auswahl-aus-presseberichten-zum-hundertwasser-haus-originalmiturheber-em-o-univ-prof-arch-di-josef-krawina/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Mann ist gefährlich</strong></p>
<p>…Ich behaupte, daß dieser hervorragende Maler,…als Erneuerer der Architektur eine schwache Nummer ist!&#8230;<br />
…Die Modelle Hundertwassers durchmusternd, meine ich, daß es eine Zumutung für den Städter, für ein Asphaltkind aus Überzeugung ist, mit den Hühnern im Haar und mit der Kuh auf du und du zu leben. Ich will mich nicht selbst versorgen! Ich möchte nicht auf Schritt und Tritt von der Natur belästigt werden! Ich will zu meinem Kino-Krimi sausen, mitten durch den Straßenlärm und den Benzingestank (der sich vielleicht ermäßigen ließe!) hindurch…<br />
…Zu einer Revue, welcher erniedrigenderweise nun die Hundertwasser Almhüttenschau benachbart worden ist? Keine Kompromisse bitte! Ich möchte mich auch nicht im Bauernjanker – und Schafe blöd blökend hörend – auf Wiesen tummeln, die auf Piloten etagenartig übereinander angebracht sind, mit den Wohnungen darunterhängend…<br />
…Laßt euch nicht verführen durch dieses modern aufgeputzte, die Stadt aber immer noch wehleidig fliehende Spießer- und Schäferideal, durch ein in keiner Weise zu uns passendes Projekt, das, wenn verwirklicht, vom Gartenzwerg um ein sündteures Geld regiert werden würde!<br />
Johann Muschik<br />
(Kurier, 10. 3. 1972)</p>
<p><strong>Die hängenden Gärten des Friedensreich</strong></p>
<p>…Stärkste Hemmnis gegen diese Zukunftseuphorie: Hundertwassers Gemeindebauwunder wird ein gutes Stück teuerer sein, als die vorgeschriebenen Mittel erlauben…<br />
…Hundertwasser selbst verzichtet vorsorglich von vornhinein auf ein Honorar…<br />
(Kurier, 20. 1. 1980)</p>
<p><strong>Der Fassaden-Guru<br />
Das Recht des längeren Arms</strong></p>
<p>…Ob Baum oder nicht Baum, Kühe auf dem Dach oder Lämmer im Hof, das ist hier längst nicht mehr die Frage, vielmehr: ob es auf die Dauer angeht, daß immer wieder ein Mann als Problemlöser angeboten wird, der, gleichsam mit dem Künstlerbonus ausgestattet, als Naturapostel auftritt, als Missionar des Städtebaus und Vereinfacher komplizierter Zusammenhänge, ein Mann, der sich aber keinen Deut darum schert, wo die wahren Probleme liegen…<br />
…Hundertwasser hat sich… – mit sicherem Instinkt dafür, wo neuer Zündstoff zu finden ist…zum Heilsbringer der Stadtgestaltung stilisiert, der – wie auch anders? – Apokalypsen beschwörend, den Schritt zurück predigt, ein Idyll der Einfachheit an die Wand malt, das nur ein Idyll derer sein kann, die sich’s leisten können…<br />
…Aber im „Club 2“ haben sie nichts Besseres zu tun, als ihn sein Fensterrecht propagieren zu lassen, das selbstverständlich dann auch ein Recht des längeren Armes wäre, und ein Unrecht allen Umwohnern gegenüber, die sich vielleicht durch den Anblick belästigt fühlen. Man darf nun immerhin gespannt sein: Wird der Meister so man ihn ruft, auch kommen?<br />
Wenn es bisher ernst wurde…hat er sich meistens nur auf ein paar Anregungen beschränkt.<br />
Harald Sterk<br />
(AZ, 10. 7. 1980)<br />
<strong><br />
Rückwärtsgewandte Utopien</strong></p>
<p>…ich habe Hundertwasser nie als Feind betrachtet, sehr wohl aber als eine interessante, wenngleich sehr zwiespältige Erscheinung des Kulturbetriebs, deren, gelinde gesagt, rückwärtsgewandte Utopien eindeutig, scharfe Stellungnahmen herausfordern…<br />
Harald Sterk<br />
(AZ, 19. 7. 1980)</p>
<p><strong>Neuschwanstein für Gemeindemieter</strong></p>
<p>…Im knallbunten Hemd präsentierte er ein knallbuntes Knusperhäuschen, „eine Oase für Menschlichkeit und die Natur“…<br />
…Zunächst erwies sich die Architektenbeteiligung vor allem als bürokratisch von Vorteil, als nämlich die Ingenieurskammer bei Planungsstadtrat Rudolf Wurzer gegen die Betrauung des Architektenbeschimpfers Hundertwasser – „diese feigen Hampelmänner ihrer skrupellosen Auftraggeber“ – mit einem Planungsauftrag protestierte, konnte darauf verwiesen werden, daß der Maler bunter Spiralenhäuser nur Konsulent unter der Bauleitung Krawinas war…<br />
…hatte sich der Maler längst auf ein Neuschwanstein für Konsumbürger eingebremst: Lauter verschieden große Fenster, Zwiebeltürme und Söller und eine mit Kringeln, Tropfen und Tupfen bepinselte Fassade. Für mehr reichte Hundertwassers Arbeitseinsatz gar nicht…<br />
…Solche „Publicity-Architektur“ (ein Wiener Architekt) weiß der public-relations-bewußte Maler freilich optimal an die „Wohntrottel“* (Hundertwasser über die Bewohnter von „Scheißgegenden“) zu bringen. Ausführlich wurde am 30. September in einem Beitrag der FS-2-Sendung „Zehn vor Zehn“ der inzwischen weltberühmte Wiener Gemeindebau der Zwischenkriegszeit als Zeuge für Hundertwassers Grottenbahnfassaden angeführt…<br />
Horst Christoph<br />
(Profil Nr. 41, 6. 10. 1980)<br />
* Anmerkung der Redaktion: Beide Ausdrücke hat Hundertwasser nie verwendet…</p>
<p><strong>Bauvorschriften ändern</strong></p>
<p>…Der große Vorteil des Vorhabens, sagte Bürgermeister Gratz, liege darin, daß statt der zahlreichen theoretischen Überlegungen zur Hebung der Lebensqualität sich hier endlich eine konkrete Idee anbiete, die man verwirklichen kann. Auch die Technik werde nicht wie so oft bei alternativen Betrachtungsweisen verteufelt, sondern nutzbar gemacht…<br />
…Auch baupolizeiliche Gesetze könnten noch etwas am Aussehen des Hauses ändern. Sollte sich aber letztlich herausstellen, daß die bestehenden Bauvorschriften die Entwicklung einer menschlichen Architektur verhindern, müsse man an ihre Änderung denken, erklärt Wohnbau-Stadtrat Hatzl.<br />
(Wiener Zeitung, Oktober 1980)</p>
<p><strong>Öko-Haus – Wohnbau auf Abwegen</strong></p>
<p>Luxuriöses Hundertwasser-Projekt<br />
Die Zehntausenden Schaulustigen, die sich am „Tag der offenen Tür“ im Rathaus um Friedensreich Hundertwassers „Öko-Haus“ drängten…<br />
…– ob sie dem Hundertwasser-Modell so begeistert Beifall geklatscht hätten, hätten sie gewußt, was es kosten wird, seine Utopien in die Realität umzusetzen?<br />
…So nimmt etwa die unregelmäßige Fensteranordnung, die der Maler propagiert keinerlei Rücksicht auf die dahinterliegenden Räume…<br />
…Praktisch steht die Stadtverwaltung in diesem Fall vor der Entscheidung, Herrn Hundertwasser ein kostspieliges Denkmal zu setzen oder aber neue Wohnungen zu vertretbaren Preisen für Menschen aus sozial schwächeren Schichten zu schaffen…<br />
(Bezirksjournal, Nummer 10/1980)</p>
<p><strong>Spinnerei</strong></p>
<p>ÖKO-Haus – Spinnerei oder eine Alternative<br />
…Dieses „Von-außen-nach-innen-Bauen“ stellt den Architekten, der mit dieser Aufgabe betraut wurde, die durch keinerlei architektonische Rücksichtnahme gebremsten Vorstellungen Hundertwassers in realisierbaren Bauplänen zu konkretisieren, vor nicht leicht lösbare Probleme…<br />
(Bezirksjournal Landstraße, Nr. 11/1980)</p>
<p><strong>Farben in Klo-Besen-Malweise</strong></p>
<p>…Terrassenhäuser in dicht verbauten Vierteln mit hohem Bodenpreis sind reine Verschwendung…<br />
…Bäume, sind hier völlig falsch am Platz: Sie erfordern tiefe und schwere Erdtröge, die – bei der heute üblichen schlampigen Bauweise unerläßliche – Reparaturen maßlos verteuern!&#8230;<br />
…Aufgerissene Fassaden und offene Feuermauern sind häßlich – auch wenn sie mit schreienden Farben in Klobesenmalweise „verziert“ werden!&#8230;<br />
…Verspielte Türmchen und Kinkerlitzchen, die nur historisch bedingt und im Ensemble vertretbar sind, sollten doch überholt sein…<br />
…Wahllos ungleiche Fenster sind unruhig und stören architektonisch. Sie sind im Zeitalter der „Normfenster“ auch kaum mehr beschaffbar!&#8230;<br />
…Straßen sind nicht zum Spielen da, sondern zur verkehrsmäßigen Bedienung des Hauses…<br />
…Herr Hundertwasser hat für seine „Werke“ genügend Geld – auch aus öffentlichen Mitteln, ohne uns zu fragen – erhalten. Er mag sich so ein Haus meinetwegen im „Pfefferland“ bauen, wo er sich angeblich mit Vorliebe aufhält und unsere spärlichen Devisen vertut, nicht aber hier und aus unseren Steuermitteln!<br />
Dipl.-Ing. Karl Kraft<br />
(Bezirksjournal Landstraße, Nr. 12/1980)</p>
<p><strong>Hundertwasser-Denkmal<br />
Behübschende Kosmetik<br />
– Spätgaudi</strong></p>
<p>…Dieser (terrassierte Baukörper) hat gegenüber dem ersten Entwurf den Nachteil, daß nicht nur weniger Wohnungen untergebracht werden können (rund 50 gegenüber rund 75 bei der Blockvariante), sondern auch die Qualität der einzelnen Wohnungen unterschiedlich ist…<br />
…Der rechte Winkel ist Hundertwasser ein Greuel, die Regelmäßigkeit von Fassaden ein Zivilisationsübel. Hundertwassersche Fassadenvorstellungen sind von unregelmäßigen Fensteranordnungen geprägt…<br />
…ein Teil eines vordergründig dekorativen Denkens, sind sie – was er selbstverständlich nicht wahrhaben möchte – behübschende Kosmetik, Hundertwasserornamentik, pure Kunst, die mit dem, was sich dahinter befindet, nicht unbedingt in Zusammenhang stehen muß.<br />
Daraus haben sich auch die Konflikte zwischen dem Architekten und dem Maler entwickelt. So möchte etwa Hundertwasser die Begrenzungsmauern der Terrassen wellenförmig ausgestaltet sehen, schlägt an verschiedenen Fassadendetails Abrundungen vor und möchte die Portalzone als große Bögen gestaltet wissen, obschon dazu konstruktiv keinerlei Notwendigkeit besteht. Außerdem schlägt er vor, Fassadenteile der Biedermeierhäuser, die abgebrochen werden sollen, spolienartig in die neue Fassade einzubeziehen, gleichsam als Erinnerungszitate an den früheren Zustand.<br />
Zu letzterem Vorschlag könnte sich auch Krawina verstehen, nicht allerdings zu den anderen Hundertwasser-Wünschen, die ihm als historisierende Formalismen unerträglich sind. Solchen „Spät-Gaudi“ findet er unzeitgemäß, möchte er nicht produzieren. Auch mit den hundertwasserschen Fensteranordnungen, die ohne Rücksicht auf die dahinterliegenden Räume skizziert sind, kann er sich nicht identifizieren, abgesehen davon, daß die Fenster in verschiedenen Größen auch technische Probleme aufwerfen…<br />
…Entweder Hundertwasser-Denkmal oder benützbarer Wohnbau mit vermehrter Ausstattung…<br />
…Auch der Beitrag Hundertwassers im Fall unseres Projekts ist Kosmetik. Nur sind ihre Dimensionen größer als bisher und ist Hundertwassers Anspruch weniger bescheiden: Er gibt, was er vorschlägt, als Beitrag zur Architektur aus. Und wird auf alle Fälle Kapital aus der Sache schlagen. Entweder als Erbauer eines Wohnhauses…oder als Märtyrer, wenn die Sache schiefgeht…<br />
Harald Sterk<br />
(Wohnbau 9/80)<br />
<strong><br />
Cotoneaster führen ein trostloses Leben</strong></p>
<p>&#8230;Natürlich wird dieser künstliche Baumberg nie so realisiert, weil Bäume auch in Wien mehr Humus benötigen, als hier auf den Terrassen geplant ist. Was maximal erreicht werden kann, die üblichen Cotoneaster-Nadelholz-Arrangements in Betonkübeln, die dort wie meistens, ein trostloses Leben führen werden&#8230;</p>
<p>(Baumeister Zeitung, April 1981)<br />
<strong><br />
Krokodil in der Badewanne</strong></p>
<p>&#8230; Einen „Baummieter“ in der Innenstadtwohnung aus einem Fenster des fünften Stockwerkes wachsen zu lassen, liegt recht nahe an der Mentalität sich ein Krokodil in der Badewanne zu halten&#8230;<br />
Pia Maria Plechl<br />
(Die Presse, 18. 5. 1981)</p>
<p><strong>Die Bio-Burg</strong></p>
<p>Öko-Haus: Hundertwassers „Bio-Burg“ läßt auf sich warten&#8230;<br />
&#8230; Die „Bio-Burg“ läuft Gefahr, zu einem ganz normalen Gemeindebau mit einer behübschten Fassade und ein paar Bäumen auf den Dachterrassen herabzusinken&#8230;<br />
&#8230;Als Folge verläuft nun quer durch Fensteröffnungen die tragende Mauerkonstruktion, es gibt Räume ohne Belichtung – Konstruktionselemente, die unmöglich auszuführen sind&#8230;<br />
Gerhard Krause<br />
(Kurier, 14. 8. 1981)<br />
<strong><br />
Weder zukunftsweisend noch repräsentativ</strong></p>
<p>Wozu zu bemerken wäre, daß das Hundertwasser-Haus weder zukunftsweisend noch repräsentativ ist, ein in der Herstellung und Erhaltung teures Prestigeunikat – abseits der Wohnbauförderung und ohne echte Relevanz für die aktuellen Wohnbaufragen.<br />
(Die Presse, 2. 10. 1981)<br />
<strong><br />
Verwirklichung angedroht</strong></p>
<p>Wien verpaßt eine „Öko-Chance“<br />
…Friedensreich Hundertwassers Öko-Haus wird nicht gerade öko sein. Warum hat man es aber vorher so getauft?&#8230;<br />
…Seine Idee eines Umwelthauses mit viel Grünpflanzen, sein Paradies in der Großstadt, ist wienerisch geworden…<br />
…Wien hat ein Fast-Öko-Haus auf wienerisch. Oder zumindest wurde die Verwirklichung angedroht…<br />
Watschenmann<br />
(Kurier, 1. 10. 1980)</p>
<p><strong>Kommunale Totgeburt</strong></p>
<p>…Trotzdem werde ich den Gedanken nicht los, daß auch in Wien ein privatwirtschaftlich geplantes und durchdachtes Öko-Haus g’scheiter gewesen wäre als diese kommunale Totgeburt.<br />
Watschenmann<br />
(Kurier, 13. 11. 1982)<br />
<strong><br />
Hundertwasser-Antwort</strong></p>
<p>An ein Öko-Haus oder eine „Bioburg“ war nie gedacht. Das kam dann irgendwo in der Presse auf, und wurde stereotyp immer wieder abgeschrieben. Es ist so wie wenn ein Läufer ständig als Schwimmer vorgestellt wird, obwohl der Läufer ständig protestiert, er wäre doch ein Läufer und kein Schwimmer. Am Ende ist alle Welt auf den Läufer böse, weil er gar nicht schwimmen, sondern, laufen will!<br />
Hundertwasser in seiner Antwort an Gerhard Schneider (Watschenmann)<br />
(Kurier, 13. 11. 1982)</p>
<p><strong>Positiv überrascht</strong></p>
<p>Aber was soll’s? Unökonomisch ist in Wien schon sehr viel gebaut worden, unökologisch sowieso, und über den Geschmack läßt sich immer streiten…<br />
…Hundertwasser’s Öko-Haus wird daher nur positiv überraschen können…<br />
Anton Bina<br />
(Kurier, 17. 8. 1983)</p>
<p><strong>Die hängenden Kommunalgärten</strong></p>
<p>Die hängenden Kommunalgärten des Friedensreich Hundertwasser samt Durchsetzung des „Fensterrechts“ und der „unreglementierten Unregelmäßigkeiten“ (so der Meister) erfordern freilich ihren Preis.<br />
(Die Presse, 6./7. 3. 1982)</p>
<p><strong>Schrumpfprojekt</strong></p>
<p>Ein teures architektonisches „Schrumpfprojekt“, an dem nur die „potemkinsche Fassade“ Hundertwassers blieb und sonst nichts dahinter…ärgert sich Krawina.<br />
Erwin Melchart<br />
(Kronen-Zeitung, 10. Jänner 1983)<br />
<strong><br />
Inhumane, üble Architektur</strong></p>
<p>Seit einer Woche träume ich, ein Baum zu sein. Es ist kein schöner harmonischer Traum…<br />
…Ich bin etwas ganz Besonderes: ein Hundertwasser-Baum. Als solcher behübsche ich in der selbst für Menschen nicht sonderlich behaglichen, für Bäume schlichtweg alptraumhaften Höhe des neunten Stockwerks das Öko-Haus des Meisters in der Löwengasse, Ecke Kegelgasse im 3. Gemeindebezirk…<br />
…Hundertwassers Öko-Gemeindebau wird nämlich keinesfalls der vergleichsweise harmlose Fall einer naiv-albernen Fassaden- und Bluff-Architektur wie in jüngsten Baukunst-Tendenzen bedauerlicherweise überhandnimmt. Was im Projekt- und Modellstadium unter Umständen so milde beurteilt hätte werden können, entpuppt sich angesichts der nackten Rohbautatsachen als programmierter städtebaulicher Skandal.<br />
Jene Schrebergarten-Architektur, als deren erklärter Befürworter sich Friedensreich Hundertwasser sattsam bekannt gemacht hat, auch sie lebt von der ihr gemäßen Dimension. Verzerrt man sie ins Gigantische, und eine Hochhauskonstruktion auf stellenweise zehn Etagen innerhalb einer eigenen Ensemble- und Kreuzungssituation ist dies, dann schwindelt selbst dem standfesten Gartenzwerg angesichts so grotesker Unverhältnismäßigkeit, mit anderen Worten, angesichts einer so inhumanen, üblen Architektur.<br />
…In meinem Traum als Baum auf einem Mauervorsprung im neunten Stockwerk gibt es eine Stelle, da stehen jene sowjetischen Wissenschaftler um mich herum, die mittels sensibler Apparate mit Pflanzen kommunizieren können sollen: Ich flüstere ihnen meine Klage von der Baumquälerei zu und fordere, in den Prater versetzt zu werden…<br />
…Beim nächstbesten Sturm ließ ich mich aus dem neunten Stock in die Löwengasse fallen. Zum erstenmal fühlte ich mit meinem „Architekten“ so etwas wie Übereinstimmung: Mir waren die Menschen da unten gleichgültig…<br />
Franz Manola<br />
(Die Presse, 11./12. 8. 1984)</p>
<p><strong>Das Hundertwasser-Haus ist eine Fehlplanung</strong></p>
<p><strong>Das Luftschloß</strong><br />
…Hundertwassers Öko-Haus gilt als neues Renommierprojekt der Gemeinde Wien. Unterscheidet es sich überhaupt von jedem anderen Hochhaus? Es ist zwar vorgesehen, das Dach des Hauses zu begrünen, aber es bleibt abzuwarten, wie sehr es den Bäumen gelingen wird, in den ganz und gar nicht ökologischen Stahlbetondecken Wurzeln zu schlagen. Ihnen wird es wohl nicht anders als jenem Alibibäumchen ergehen, das der Maler Hundertwasser an einem Fenster eines grauen Bürohauses gepflanzt hat und das nur mit Hilfe intensiver Bewässerung am Leben erhalten werden kann…<br />
…Der Innenarchitektur unter den Stahlbetondecken ist ebenfalls kein besseres Urteil auszustellen als den krampfhaften Begrünungsaktionen…<br />
…Kleine, zum Teil finstere Räume können wohl nicht als der Architekturutopie letzter Schluß gelten…<br />
…Das Wiener Hundertwasser-Haus ist die neueste Manifestation einer „Kulturpolitik“, die seit Jahren und Jahrzehnten diese Stadt mit immer neuen Banalitäten und Monstrositäten verschandelt und als Alibi dann und wann „künstlerische“ Farbtupfer in ihr Grau-in-Grau-Stadtbild setzt…<br />
Franz Manola und Alfred Hütter<br />
(WIENER, September 1984)</p>
<p><strong>Städtebaulicher Slapstick<br />
Chnusperfassaden</strong></p>
<p>Hundertwasser ist ein liebenswerter „Phantast“, nicht immer ganz ernst zu nehmen…<br />
Frank Geiser, Architekt, Bern</p>
<p>…Städtebaulicher Slapstick, Chnusperfassaden und reichlich Publizität für Friedensreich entstehen, wo vorher gute Altbauten wirklich Freiräume gewährten…<br />
Martin Zulauf, Architekt, Bern</p>
<p>Ich beneide eine Gesellschaft und Stadtbehörde, die genügend Toleranz hat, ein solches Experiment zu ermöglichen und in ihre Umwelt zu integrieren..<br />
Hans Hostettler, Architekt und Planer, Bern<br />
(Alle in: Der Bund, Bern 18. 8. 1984)</p>
<p><strong>Überkandidelt.<br />
Vorbeihasten und kaum wahrnehmbar</strong></p>
<p>Seit wann bringt Beton grün in die Häuser?<br />
…Der Wohnbau im 3. Bezirk wurde vom Inhalt her abgeräumt und von der Form her immer überkandidelter. Daß es kaum zwei gleiche Fenster gibt, mag eine gute Philosophie sein, hat aber mit Wohnqualität nichts zu tun.…<br />
…„die Priorität müßte der haben, der in diesem Haus wohnt, und nicht der, der daran vorbeihastet und die Fassade kaum wahrnimmt.“…<br />
…Hundertwassers Dekoration und „grüne Mascherln“…<br />
…“Der Bau in seiner jetzigen Form ist eine Art potemkinsches Dorf“…<br />
(Architektur Aktuell, 15. Oktober 1984)</p>
<p><strong>Sozusagen das achte Weltwunder<br />
Bio-Burg Marke Potemkin</strong></p>
<p>Hundertwasser ging unter die Architekten. Angesagt ist eine Architektursensation, sozusagen das achte Weltwunder…<br />
…Dem ungewöhnlichen Projekt entsprach die ungewöhnliche Aufregung in den Zeitungen. „Der traut sich was“, staunt sogar die vornehm zurückhaltende PRESSE…<br />
…Ein „pittoreskes italienisches Bergnest“ mitten in der dicht verbauten österreichischen Hauptstadt. Weit überzeugender als das exzentrische Äußere des Hundertwasser-Kitschpalastes…<br />
…Als Möchtegern-Architekt hingegen blieb Hundertwasser über zwei Jahrzehnte erfolglos…<br />
…Erst Ende 1979 erhielt er seine große Chance: Die auch ihrerseits profilierungssüchtige Wiener Administration orderte bei ihrem berühmten Sohn den Entwurf eines rundum biologischen Wohnblocks…<br />
…Die Wiener Steuerzahler konnten sich also mit Recht als Pioniere fühlen. Zwiebeltürmchen hin oder her, jedenfalls versprach ihr Öko-Haus eine Pilgerstätte der umweltfreundlichen Architektur zu werden, vorbildlich für die Postmoderne in aller Welt. Aber leider, wie so viele Revolutionen wurde auch die Hundertwassersche nach lauten Ankündigungen in aller Stille zu Grabe getragen.<br />
…Josef Krawina will mit solch einer Bioburg Marke Potemkin konsequenterweise nichts mehr zu tun haben. Er sieht statt echter Ökologie bloß schiefe Wände, statt neuer Lebensqualität bloß auf- und abtanzende Fenster…<br />
…Welcher Maler im weiten Erdenrund hat sich jemals ein derart großes und teures Denkmal erbasteln dürfen?<br />
Inge Santner<br />
(Die Weltwoche, Zürich, Nr. 44/1. 11. 1984)</p>
<p><strong>Kitsch-Kathedrale<br />
(Lied und Glockenläuten)</strong></p>
<p>Ihr Kinderlein kommet von nah und fern<br />
brecht eure Sparschwein<br />
so hab ich es gern.<br />
Diese Woche ist es so weit, das Hundertwasser-Haus bekommt jene Zwiebeldächer, die es verdient. Die Krönung eines ursprünglich ökologisch ausgerichteten Baus zur Kitsch-Kathedrale.<br />
Ein weiterer Versuch der Gemeinde Wien im sozialen Wohnbau einen Meilenstein zu setzen.<br />
Der museale Charakter der Fassade prägt diese Architektur, sie wird zur wahrhaft dreidimensionalen Malerei, eine Malerei, die eigentlich Verpackung ist…<br />
…Hundertwasser will mit diesem Schmäh, wie er selbst sagt, die Bewohner dazu ermutigen, später auch in ihren Wohnungen Farbunregelmäßigkeiten und neue Formen einziehen zu lassen…</p>
<p>Frage: Wie ist die Zusammenarbeit mit Hundertwasser?<br />
Maurer: Die Zusammenarbeit ist sehr gut mit Herrn Hundertwasser, da gibt es überhaupt nichts zu sagen. Er ist ein guter Kollege sozusagen.<br />
Frage: Ist es nicht so das Gefühl, da kommt der große Künstler und sagt an, und wir müssen tun, was er ansagt?<br />
Maurer: Auf keinen Fall, er kommt in der Früh und sagt: Die und die Farbe sollen wir machen beim Feinputz und er fragt uns auch wie es uns geht und so.<br />
Frage: Er ist, so wie ich’s gehört habe dauernd auf der Baustelle, geht euch das nicht auf die Nerven?<br />
Maurer: Er ist für uns eine praktische Führung, der Fassaden-Polier sozusagen. </p>
<p>Am Bau arbeitet vornehmlich der Maler Hundertwasser. Trotz begrünter Dachterrassen, Wintergärten und Verwendung biologisch gesunder Baustoffe, vermißt man ökologisches Engagement am Bau.<br />
Das zeigt der Künstler umso deutlicher in der Hainburger Au.<br />
Was jedoch das Haus betrifft: Es ist eben nicht alles grün, was glänzt.<br />
Gerhard Hofer in der Fernseh-Nachrichtensendung ORF – ZiB 1, 22. 12. 1984</p>
<p><strong>Gemeindebau: Eine bewohnbare Grafik<br />
Wiens neue Attraktion</strong></p>
<p>…Das Interesse für das Hundertwasser-Haus ist ein Architekturerfolg sondergleichen…so wie hier haben Sie neue Architektur noch nie erlebt…Es kann Vorbild sein, weil es eine Provokation ist, ein Unikat. Es ist keine Architektur, es ist eine Aufforderung zum Nachdenken über Architektur. Diesbezüglich ist es eines der wichtigsten Experimente in der Geschichte des humanen Wohnbaus, eine Schatztruhe von sonderbaren, aber nützlichen Gedanken…<br />
Jan Tabor<br />
(Kurier, 16. 6. 1985)</p>
<p><strong>Wohnen im Pflanz<br />
Kitsch oder Kunst<br />
Unding oder Utopie?</strong></p>
<p>Zwiebeltürmchen, unregelmäßig angeordnete Fenster, unebene Böden, begrünte Terrassen und eine bewußt holprig gestaltete Außenhaut mit grobem Verputz, keramischen Fliesen, Spiegeln und Säulchen täuschen freilich darüber hinweg, daß die weiche Öko-Schale einen harten Stahlbetonkern hat, daß die konsequente Verwendung nur „natürlicher“ Baustoffe wie Holz und Ziegel ebenso unterblieb wie der Einbau ökologischer Systeme für Energiegewinnung und Abwasserbeseitigung, von der Solarzelle bis zum Humusklo.<br />
Kurzum: Wiens erstes „Öko-Haus“ ist trotz üppig geplanter Zimmer- und Terrassenbegrünung überhaupt kein Öko-Haus. Wohnen im Pflanz…<br />
…“Gewisse Dinge haben die Architekten heute doch wirklich verlernt“, sinniert Heinz Hübl von der Wiener Ingenieurkammer: „Ich mag zwar nicht diesen Stil, diese Blut-und-Boden-Architektur des Hauses, andererseits kann man hier gut sehen, wie das Unbehagen über Technokratie und neue Baustoffe da ins Gegenteil umkippt und bis ins Sektiererische geht.“…<br />
…von der alten Hundertwasser-Utopie…blieben mehr die Ornamente als die Inhalte übrig…<br />
Klaus Khittl<br />
(Wochenpresse, 14. 5. 1985)</p>
<p><strong>Zwiebelturm statt Humusklo</strong></p>
<p>Das Hundertwasser-Haus offenbart das Dilemma des Wiener Wohnbaus. Privilegierte kuscheln sich unter Dachgärten, jenseits der Donau wachsen die Slums.<br />
…Unter bunter Farbe versteckt sich Beton…Dekoratives fraß die Planungsmittel: Aufzugtechnik unter vergoldetem Zwiebelturm, ein schmiedeeisernes Balkönchen, ein schiefes Säulchen, rot, blau und grün…<br />
…Prestigeprojekte, wie das Hundertwasser-Haus, weckten laut Seidler lediglich „das In-Bewußtsein von Bildungsprivilegierten“…<br />
Horst Christoph<br />
(Profil Nr. 25, 17. 6. 1985)</p>
<p><strong>Schwerbetonbunker<br />
Eine kanarische Insel für Kakanien</strong></p>
<p>…Wird es wirklich so arg, fragen die Architekten…<br />
In wenigen Monaten dürfte es fertiggestellt sein. Dann wird man sich…mit der gebauten und bewohnbaren Realität beschäftigen, den architektonischen Erfolg oder karnevalistischen Mißerfolg überprüfen und werten können…<br />
…Man soll schon jetzt für das Schauen Eintritt verlangen. Das Haus wird gesehen als Beispiel des Absonderlichen und Pittoresken…<br />
…Eine Palastfassade, vage angedeutet. Bei der Ansicht über Eck taucht im Hintergrund ein Turm auf, der einem schlecht gezeichneten Märchenbuch entsprungen sein dürfte…<br />
…Das Haus will ein Märchenschloß sein…<br />
…So ist das Hundertwasser-Haus auf Täuschung angelegt…<br />
…Der Faradaysche Käfig eines Großtafelbaus ist reinster Wohnbeton gegenüber dem statisch bedingten Schwerbetonbunker dieses „Öko-Hauses“ mit seinen „Tonnen von Humus“ auf Terrassen, die auch schwer armierte Wohnungsdecken sind. Beton ist kalt und unmenschlich, sagt man gerne. Hier ist er rund und bunt und nennt sich ökologisch…<br />
…da fällt das Hundertwasser-Haus auf die geschmäcklerische Ebene ungeschickter Praterarchitektur…<br />
…Die Grottenbahn in der Löwengasse…Jedem Nest in Österreich sein Öko-Neuschwanstein, Eintritt zahlt man mit dem Calafati-Schilling – und die Gemeindekasse wird saniert…<br />
Dietmar Steiner<br />
(Die Presse, Juni 1985)<br />
<strong><br />
Wien mokiert sich über das Hundertwasser-Haus<br />
Die Gartenzwerge fehlen</strong></p>
<p>…Ob der Bau sich über Jahrzehnte halten wird, wie das Loos-Haus, wird die Zukunft zeigen. Natürlich werden die fröhlichen Farben der Fassade bald vom Großstadtgrau gedämpft werden. Aber interessant wird das spinnige Haus immer bleiben – als einer der wenigen Versuche, auch in Wiens Architektur etwas Eigenständiges zu schaffen…<br />
Erik G. Wickenburg<br />
(Die Welt, 10. 7. 1985)</p>
<p><strong>Ein Traum von einem Haus</strong></p>
<p>Von weitem wirkt das Ding wie eine Fata Morgana. Und aus der Nähe erst recht…<br />
…Mitten im sonst eher grauen Meer der Häuser des 3. Bezirks hat hier der Farbenkünstler Hundertwasser einen revolutionären Sozialwohnungsbau errichtet, eine acht Stockwerke hohe und mit Bäumen bewachsene Kriegserklärung gegen den tristen Einheitsstil moderner Behausungen…<br />
Erklärtes Ziel des Künstlers war es, sein Haus in einer Art organisiertem Wachstumsprozeß in die Höhe bringen und dabei auch spontanen Einfällen eine Chance zu lassen. Die Bauarbeiter wurden angehalten, bei der Arbeit eigene Kreativität zu entwickeln…<br />
…Das erste Echo auf Hundertwassers architektonische Revolution ist noch uneinheitlich…Von einheimischen Spaziergängern und auch Touristen, die es in wachsenden Scharen zu Wiens buntestem Neubau zieht, bekommt der mit seinem Hammer umherhuschende Hausbauer dagegen überwiegend Lob gespendet. Mitunter mischt sich in spontanes Händeklatschen allerdings ein scheußlich lautes Scheppern. Dann hat wieder einmal ein durch die Buntfassaden abgelenkter Autofahrer einen Auffahrunfall verursacht…<br />
Winfried Maass<br />
(Stern Nr. 32, 1. 8. 1985)<br />
<strong><br />
Konventionelle Betonburg unter kunterbuntem Kleid</strong></p>
<p>…Fernab in Neuseeland…konnte Hundertwasser die städtischen Rotstift-Attacken im heimatlichen Wien jedoch kaum abwehren. Resultat: Gemeinschaftseinrichtungen, Schwimmbad und die Sauna wurden gestrichen, die kostspielige Ziegelbauweise auf ein optisches Minimum reduziert. Pro Quadratmeter Wohnfläche müssen die künftigen Mieter rund sieben Mark zahlen. Für Wiener Gemeindebau-Verhältnisse ist das nicht eben billig, zumal das Haus in einer wenig attraktiven Gegen liegt. Die wird jetzt zwar durch das bunte Gebäude aufgewertet, doch als Modell einer neuen, umweltbewußten Architektur taugt die Anlage nicht. Hundertwassers Bekenntnis, „ich bin stolz, daß ich ein Behübscher bin“, kehrt sich nun gegen ihn.<br />
Karlheinz Schmid<br />
(art Nr. 8/1985)<br />
<strong><br />
Qualität noch Wohnwert</strong></p>
<p>(Das Festspielhaus Bregenz) umzugestalten wäre für mich eine lächerliche Aktion. Für mich ist Hundertwasser überhaupt keine Frage…Das Hundertwasser-Haus in Wien hat für mich keine Qualität, weder vom Wohnwert, noch von der Architektur. Das war der Versuch eines Künstlers, seine Illusionen unterzubringen, der aber kläglich gescheitert ist. Er hat an den Wohnbedürfnissen der Menschen vorbeigebaut.<br />
Arch. Anton Fink<br />
(WANN UND WO, Bregenz, August 1985)<br />
<strong><br />
Aus dem Buch des Gartenzwergs</strong></p>
<p>Naturapostel Hundertwassers Trainingsplatz bildet seit Wochen die Baustelle seines langsam auch im Inneren fertiggestellten Wohnbauexperiments…<br />
Was von außen her noch zum Schmunzeln anregt und in seinen Verrücktheiten immer wieder an jene „naiven“ Künstler denken läßt, die sich in Gärten oder sonst wo schon immer Phantasieburgen errichtet haben…anarchischer Bauakt…Zitate aus dem Musterbuch des Gartenzwergs…Vielleicht muß man in ihm auf die Dauer gar nicht wohnen, wandelt man es einmal in eine Art Museum um, in dem all das Groteske, an dem es in Österreich nicht mangelt, eine Art Dokumentation finden kann und Neugierige aus aller Welt anzieht…noch ist offiziell kein Mieter bekannt, der sich dem ständigen Leben mit Hundertwasser ausliefern möchte&#8230;Und überhaupt muß das Haus ja erst Patina ansetzen (verschimmeln?). Als Ruine in fünfzig Jahren mag es an Anziehungskraft gewonnen haben.<br />
Kristian Sotriffer<br />
(Presse, 12. 8. 1985)</p>
<p><strong>Naturpredigt mit Beton</strong></p>
<p>…Widersprüche zwischen dem propagierten Ideal und der steingewordenen Realität…damit (werden) die Probleme des sozialen Wohnbaus nicht einmal ansatzweise gelöst…halb Schauerburg, halb Gartenlaube…<br />
Weshalb freilich der Boden in den schmalen Gängen gewellt gepflastert sein muß, entzieht sich der Einsicht des Laien, während der Fachmann wahrscheinlich mühelos über den tieferen Lebenszusammenhang solcher Nötigung zur Seekrankheit Auskunft geben könnte.<br />
Wichtiger als dergleichen Unbequemlichkeitspointen scheint indes die weitgehend zweigeschossige, durch die Farbgebung nach außen hin sichtbare Anlage der Wohnungen: Wer über die Holztreppen einer Maisonette nach oben und unten steigt, vermutet sich eher in einem kleinen Eigenheim als in einen Wohnsilo eingesperrt…<br />
…Statt sich ernst nehmender Postmoderne verspieltester Posthistorismus…<br />
Ulrich Weinzierl<br />
(Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. 8. 1985)</p>
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		<title>Die hängenden Kommunalgärten</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Aug 2011 13:44:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Fürst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezeption]]></category>

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		<description><![CDATA[Bereits während der Bauphase wurde das von Hundertwasser und Originalmiturheber em. o. Univ.-Prof. Arch. DI Josef Krawina erdachte Haus in den Medien heftig diskutiert. In den kritischen, aber auch zustimmenden Äußerungen wurde das Hundertwasser-Haus wie folgt bezeichnet: Zierburg spinniges Haus &#8230; <a href="http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2011/08/24/die-hangenden-kommunalgarten/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits während der Bauphase wurde das von <strong>Hundertwasser </strong>und <strong>Originalmiturheber em. o. Univ.-Prof. Arch. DI Josef Krawina</strong> erdachte Haus in den Medien heftig diskutiert. In den kritischen, aber auch zustimmenden Äußerungen wurde das Hundertwasser-Haus wie folgt bezeichnet:<br />
<a href="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/09/Bezeichnungen-HWHaus_Seite.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-540" title="Bezeichnungen-HWHaus_Seite" src="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/09/Bezeichnungen-HWHaus_Seite.jpg" alt="" width="802" height="1000" /></a><br />
Zierburg spinniges Haus  konventionelle Betonburg Öko-Haus Bio-Burg Bio Burg Marke Potemkin Kitschkathedrale Luftschloss Das Achte Weltwunder Renommierprojekt Kitschpalast Neuschwanstein für Gemeindemieter Neuschwanstein für Konsumbürger Knusperhäuschen Chnusperfassade Hundertwasser-Denkmal Künstlicher Baumberg Die hängenden Kommunalgärten Bio-Wunder Schrumpfprojekt Bluff-Architektur<br />
Schrebergarten-Architektur Grottenbahn-Fassade Alibi-Bau Märchenschloss Traumhaus Kanarische Insel für Kakanien Schwerbetonbunker Praterarchitektur Grottenbahn in der Löwengasse Pilotprojekt Ökoneuschwanstein Öko-Gemeindebau Bewohnbare Graphik Vorgarten-Ritterburg Hundertwasser-Hof Denk-Würdigkeit Buntes Knusperhäuschen Grotesker Gemeindebau Spielzeugburg Hundehütte Phantasieburg<br />
Anarchischer Bauakt Museum des Grotesken Trainingsplatz des Naturapostel Hundertwasser Verrücktes Haus Papageienhaus Halb Schauerburg halb Gartenlaube Öko-Haus für Bonzen Wohnbau-Experiment Musterbuch des Gartenzwerges </p>
<p>Hundertwasser wurde wie folgt genannt:</p>
<p>Möchtegern-Architekt<br />
Fassaden-Guru<br />
Behübscher<br />
Spät-Gaudi</p>
<p>Quelle: Das Hundertwasser Haus, Wien, 1985, S. 204</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Haus ist nicht mit normalen Maßstäben zu messen</title>
		<link>http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2011/07/19/das-haus-ist-nicht-mit-normalen-masstaben-zu-messen/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Jul 2011 13:05:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Fürst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zur Philosophie des Hauses]]></category>

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		<description><![CDATA[Hundertwasser bei der Pressekonferenz mit Bürgermeister Gratz am 30. September 1980 in Wien So ist es unumgänglich, daß mit einer ganzen Reihe von überholten Bestimmungen gebrochen werden muß. Diese Bestimmungen, Gesetze und Verordnungen sind zu einer anderen Zeit unter anderen &#8230; <a href="http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2011/07/19/das-haus-ist-nicht-mit-normalen-masstaben-zu-messen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hundertwasser bei der Pressekonferenz mit Bürgermeister Gratz</p>
<p>am 30. September 1980 in Wien</p>
<div id="attachment_371" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/07/HW_Gratz.jpg"><img class="size-medium wp-image-371 " title="Hundertwasser und Bürgermeister Gratz bei der Modellpräsentation, 1980. Foto: Bernd Lötsch" src="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/07/HW_Gratz-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Hundertwasser und Bürgermeister Gratz bei der Modellpräsentation, 1980. Foto: Bernd Lötsch</p></div>
<p>So ist es unumgänglich, daß mit einer ganzen Reihe von überholten Bestimmungen gebrochen werden muß. Diese Bestimmungen, Gesetze und Verordnungen sind zu einer anderen Zeit unter anderen Voraussetzungen zum Wohle und zum Schutze des Menschen geschaffen worden und richten sich jetzt, unter neuen Notwendigkeiten, gegen das Wohl der Umwelt und des Menschen.</p>
<p>Ohne menschengerechte Umwelt und ohne Frieden mit der Natur ist ein menschenwürdiges Dasein unmöglich. Diese Friedensgespräche mit der Natur müssen bald beginnen, sonst wird es zu spät sein.</p>
<p>Mit autoritärer Disziplin und Selbstdisziplin geht das noch so recht und schlecht eine Zeitlang, kann das noch eine Weile aufgeschoben werden. Dann jedoch rebellieren Körper und Seele und wir wissen nicht, warum.</p>
<p>Dieses Haus soll den ersten Ansatz eines Gespräches mit der Natur darstellen. Wobei wir und die Natur gleichberechtigte Partner sind und nicht einer den anderen unterdrücken darf.</p>
<p>So müssen im ökologischen Haus Fensterrecht und Baumpflicht wiederhergestellt werden. FENSTERRECHT bedeutet die Freiheit der schöpferischen Gestaltung des dem Bewohner zugewiesenen vorfabrizierten Wohnbereiches durch den Bewohner.</p>
<p>Dies betrifft insbesondere die Außenmauer seiner Wohnung. „Der Mensch muß die Möglichkeit haben, sich aus seinem Fenster zu beugen und, soweit sein Arm reicht, alles rosa zu bemalen, damit man von weitem, von der Straße sehen kann: Dort wohnt ein Mensch.“</p>
<p>Es muß auch gestattet sein, Kletterpflanzen an der Außenwand wachsen zu lassen. Ob der Bewohner dann von diesem Fensterrecht Gebrauch macht oder nicht, ist seine Sache. Den Staat, die Obrigkeit trifft dann keine Schuld, wenn die Fassaden in tödlich steriler Uniformität erstarrt bleiben, und kann seine Hände in Unschuld waschen.</p>
<p>Der Mensch hat drei Häute. Seine eigene, seine Kleidung und seine Behausung. Alle drei Häute müssen ständig wechseln, sich erneuern, ständig wachsen und sich ununterbrochen wandeln, sonst stirbt der Organismus.</p>
<p>Mit dem Einzug des Bewohners muß die schöpferische Bautätigkeit des Bewohners erst beginnen und darf nicht vor seinem Einzug abgeschlossen sein. Zusätzlich dazu gibt es widernatürliche Gesetze, die jede „eigenmächtige Änderung“ am vorfabrizierten Haus strengstens verbieten. Der Mensch wird so als verblödeter, rechtloser Sklave gehalten, dem jede schöpferische Tätigkeit und Umgestaltung SEINES EIGENEN Wohnbereiches unmöglich gemacht wird.</p>
<p>Der Mensch muß in ein verbrecherisches Haus einziehen, das fundamentale Gesetze der Natur und des Menschen mißachtet, und der Mensch darf das nicht selbständig ändern, obwohl er darin wohnt.</p>
<p>Wenn man verbietet, die Architekturhaut wachsen zu lassen wie seine eigene, ist das ein gefährliches Abwürgen des Lebens. Die gehemmten Energien entladen sich dann woanders: in Aggressionen und Depression, in Krankheit, Unglücklichsein, Scheidung. Selbstmord, Terrorismus, Vandalismus, Geisteskrankheit.</p>
<p>BAUMPFLICHT bedeutet die Wiederherstellung des Dialoges mit der Natur. Es geht um eine fundamentale Kehrtwendung, um eine fundamentale Neuorientierung. Ein tägliches Leben ohne intimen Kontakt mit Bäumen, Pflanzen, Erde und Humus ist menschenunwürdig. Das Warten auf Ferien, Parkanlagen, Wienerwaldspaziergänge ist fast noch weniger als der tägliche Pflichtmarsch des Gefängnisinsassen im Gefängnishof. Es handelt sich nicht darum, bewilligte Pflanzen in noch größerer Anzahl wie dekorative Möbelstücke in bewilligte Vasen, Kübel und Bottiche überall hinzustellen. Auch nicht darum, mehr städtisch gepflegte Rasenflächen anzulegen, sondern darum, der wildwachsenden Natur auch im Stadtbild zu ihrem Recht zu verhelfen.</p>
<p>Es ist doch so, daß ein „nicht bewilligter“ Baum nicht wachsen darf, auch wenn er niemanden stört und allen gefällt. Nur ein frei wachsender Baum ist ein wahrer Partner, der uns mehr gibt, als wir ahnen.</p>
<p>Die Schwierigkeit, ein menschengerechtes Haus, noch dazu für andere Menschen, zu bauen, ist allen Architekten bekannt. Die genormten, vorfabrizierten Bauteile machen ein schnelleres, scheinbar billigeres Bauen möglich, kreative und natürliche Unregelmäßigkeiten jedoch unmöglich.</p>
<p>Ein menschenwürdiges Haus müßte so sein wie ein altes Bauernhaus. Alle Fenster verschieden groß, nicht in einer Fluchtlinie und nicht in einer Ebene liegend, an verschiedenen, harmonisch organischen Stellen angebracht. Die Stockwerke verschieden hoch, die unteren höher, die oberen niedriger. Einige Balkone verschiedener Art und Größe ornamental und organisch angebracht.</p>
<p>Die Außenwand nicht perfekt gerade und flach wie Pressplatten, sondern natürlich, fast unmerklich buckelig, mit der Hand <em>gemacht</em> oder aber mit Mosaik und Ornamenten durchzogen. Die Stufen verschieden hoch, verschieden breit und in verschiedenen Materialien. Wilder Wein, Efeu, Veitschi und Bäume müssen von Anbeginn an im Bauplan verankert sein. Die Bäume müssen noch vor der oder zur Grundsteinlegung gepflanzt werden.</p>
<p>Humustoiletten und Kleinkläranlagen mit Wasserpflanzen an Ort und Stelle müssen die Wasserspültoiletten ablösen. Denn unsere Wasserspültoilette ist gift- und seuchenerzeugend und Wasserverschwendung kommt uns teuer zu stehen. Denn unser Unrat muß durch lange Kanalsysteme in zentralisierte Anlagen geschafft werden, um nach irgendwelchen kostspieligen Methoden neutralisiert zu werden.</p>
<p>Das Vorsortieren und Wiederverwerten der Abfälle durch jeden einzelnen muß eine selbstverständliche und frohe Tätigkeit werden (<em>Inzwischen ist diese Vorhersage Realität geworden.</em>)</p>
<p>Verrottbares Material wird zu Humus. Papier, Glas, Metall, Plastik, Stoffe, Holz und gefährliche Medikamente und Chemikalien werden getrennt abgelagert und abgeholt.</p>
<p>Zu dem Haus:</p>
<p>So viel wie möglich und noch mehr von diesen Grundsätzen für ein menschenwürdigeres, verantwortungsvolleres Wohnen sollte erfüllt werden.</p>
<ol>
<li>Kinder müssen alle öffentlichen Wände zu ebener Erde zum      Bekritzeln, Bemalen und Beritzen zur Verfügung haben, so hoch ihre Hände      reichen. <em>Diese Gratis-Wandbilder</em> kommen allen zugute, da die kalte,      herzlose Anonymität durchbrochen wird. Es stellt sich eine <em>wunderbare      Beziehung</em> her zum Haus, in dem das Kind und seine Eltern wohnen. Das      Haus ist dann kein anonymer, feindlicher Klotz mehr. Diese Wände können      mit 1 cm grauem Gips zum Beritzen und Bemalen versehen und einmal jährlich      erneuert werden.</li>
<li>Gras und Bäume müssen auf allen waagrechten Flächen unter dem      Himmel wachsen können, auch auf den Fahrstuhltrakten, dort, wo im Winter      der Schnee liegt, muß im Sommer alles grün sein. Die Waagerechte gehört      der Natur. Die Senkrechte gehört dem Menschen. Von der Vogelperspektive      ist das Haus unsichtbar, da alles grün ist.</li>
<li>Zugang zu allen Grünflächen, auch von Mietern unter einem Grasdach      und von Mietern schräg unter einem Grasdach. Solcherart verdoppeln sich      die Wohnungen mit Zugang zu Dachgärten.</li>
<li>Ein Stück des alten Hauses, das abgebrochen wird, bestehend aus 2      übereinanderliegenden Fenstern mit Gründerzeitstuck, muß erhalten bleiben      und in das neue Haus eingegliedert werden. Damit die Geister des alten Hauses      in das neue Haus übersiedeln können. Das ist mehr als ein Talisman, mehr      als ein Aberglaube. Das ist eine Notwendigkeit, für die es ausführliche      Beweise gibt. Eine totale, restlose Zerstörung des alten Gemäuers wäre      eine Nichtachtung des Vergangenen, eine Zerstörung der Basis, die sich      bitter rächen würde. Denn das neue Haus wäre zum Scheitern verurteilt so      wie alle anderen, die ohne diesen Grundsatz gebaut wurden.</li>
<li>Baummieter müssen in das neue Haus einquartiert werden. Baummieter      sind Bäume, die aus Fenstern herauswachsen und solcherart die sterile      senkrechte Hausfläche begrünen, belauben und bewalden. Straßenbäume sind      oft unmöglich wegen des Autoverkehrs und wegen der Untergrundanlagen, und      Dachgärten sind von der Straße nicht sichtbar. So bietet sich die      senkrechte Wand zum Baumpflanzen an. Der Baummieter benötigt einen      minimalen Raum und bezahlt seine Miete in Sauerstoff, Schönheit, Romantik,      mit seiner Staubschluck- und -filtertätigkeit, als Klimaverbesserer, als      Lärmdämpfer, Schattenspender und in vielen anderen haltbaren Devisen.</li>
<li>Die Erdflächen der Terrassen und Dächer werden 0,5 bis 1 m      aufgeschüttet und reichen bis in Fensterbretthöhe, damit der Bewohner die      Rasenflächen beim Sitzen in Augenhöhe hat. Die Natur wird ihm so      nähergebracht. Er kann vom Fenster aus die Blumen und Gräser mit der Hand      erreichen. Ein intimeres, gesünderes Leben mit der Natur wird ermöglicht,      damit der unter dem Grasdach Wohnende nicht in seiner Wohnhöhe      eingeschränkt wird. Damit mehr Erdreich auf den Dächern untergebracht      werden kann, damit auch große Bäume wachsen. Der Lichteinfall bleibt der      gleiche. Die Wohnungen sind genauso trocken und luftig wie andere, ohne      Gras vor den Fenstern, haben sogar eine bedeutend bessere Luft durch den      zusätzlichen Sauerstoff.</li>
<li>Der Gehsteig in der Löwengasse besitzt ein Arkadenvordach, das      begrünt und mit Bäumen bepflanzt wird. Der Gehsteig ist so wettergeschützt      und hat trotzdem genügend Lichteinfall. Die Wohnungen im ersten Stock      haben Zugang zur Arkadenbegrünung und solcherart einen Dachgarten vor dem      Fenster. Die gegenüberliegenden Häuser haben statt einem grauen Gehsteig      einen Blick auf Wiese und Bäume.</li>
<li>Die Stockwerke sollen sich nach oben verjüngen, unten größere      Geschoßhöhe, größere Fenster, oben kleinere Geschoßhöhe, kleinere Fenster.      Dies, damit eine demokratischere Verteilung von Licht und Luft      gewährleistet wird. Die neuzeitlichen gleichen Etagenhöhen verletzen das      gleiche Recht aller auf Licht und Luft, da die oberen Mieter privilegiert      sind, die unteren Mieter aber benachteiligt werden. <em>Ein Quadratmeter      Fenster läßt nicht überall die gleiche Menge von Licht und Luft herein</em>.</li>
<li>Die Außen- und Innenwände dürfen nicht perfekt glatt und flach mit      der Latte abgezogen sein, sondern müssen mit der Hand belebt sein.      Spezialisten und Maurer müssen für diese Aufgabe herangezogen werden,      deren Ehre es ist, belebte Wände herzustellen. Probeverputze müssen ab      sofort in Angriff genommen werden.</li>
<li>Ich werde an der Außenfassade Keramik oder Mosaiklinien anbringen,      damit die geometrischen rechteckigen Fenster, Kanten und sonstigen      Strukturlinien entschärft werden und die moderne Struktur etwas vom      bekannten aggressiven Terror verliert.</li>
<li>Das Haus soll eine Herausforderung sein. Daß trotz Beton und      industriellen Materialien natürlicher Baumbewuchs möglich ist. Ja sogar,      es soll der Beweis erbracht werden, daß sogar moderne Bauweise ein Stück      Natur im Stadtzentrum ermöglichen kann.</li>
<li>Nach Fertigstellung des Hauses und Pflanzen der Bäume auf den      Dächern, Terrassen und Arkadenvordächern und Einpflanzen der Baummieter      soll ein Jahr bzw. eine längere Zeitspanne verstreichen, wo die Vegetation      Zeit hat, sich natürlich einzuwachsen. Bevor die Mieter einziehen und die      jungen Pflanzen eventuell zerstören.</li>
<li>Ein Budget muß geschaffen werden, um eventuelle Schäden an Dachgärten      zu beheben, die Bäume zu pflegen und abgestorbene durch neue zu ersetzen.</li>
<li>Der Baumbewuchs soll möglichst natürlich, ohne gärtnerisches Zutun      des Menschen vor sich gehen mit dem Ziel, ein Stück wahrhaft unberührter      Natur erstehen zu lassen. Keinen gepflegten, gestutzten immergrünen      Schanigarten. In dieser Hinsicht darf das Gras nicht geschnitten, das      Laub, das auf die Grünfläche fällt, nicht entfernt werden.</li>
<li>Das Fensterrecht der Bewohner muß gesetzlich verankert werden. Das      Fensterrecht hört dort auf, wo der Nachbar geschädigt werden kann.</li>
</ol>
<p>Warum sind Häßlichkeit und unmenschliche Bauweise erlaubt?</p>
<p>Warum gibt es dafür Bewilligungen?</p>
<p>Überall, wohin das Auge schaut, ist in Häßlichkeit erstarrte Scheußlichkeit.</p>
<p>Und für alle diese Häuser gab es Baubewilligungen.</p>
<p>Warum sind Schönheit und menschenwürdige Bauweise nicht gestattet?</p>
<p>Warum ist der Weg zu einer menschenwürdigeren Bauweise mit unüberwindlichen bürokratischen Hemmnissen versperrt?</p>
<p>Umgekehrt sollte es sein.</p>
<p>Helft mir, endlich den anonymen Perfektionismus zu beseitigen, damit eine inhaltsvolle neue Zeit beginnen kann.</p>
<p>Das Haus ist eine Zusammenarbeit zwischen einem Architekten und einem Maler, mit allen Begleiterscheinungen des Kompromisses zwischen Rationalität und machbarer unregelmäßiger Romantik. Das ist ja das Interessante daran.</p>
<p>Dieses solitäre Beispiel ist eine längst fällige Notwendigkeit, die Antwort gibt, ob die jetzige Architektur auch anders sein und ausschauen kann.</p>
<p>Der Architekt ist mehr für das Innere, der Maler mehr für das Äußere zuständig.</p>
<p>Der Maler will Kreativität im Einklang mit den Gesetzen der Natur.</p>
<p>Der Architekt muß schauen, daß das Ganze nicht zusammenfällt.</p>
<p>Die scheinbaren Mehrkosten sind gar keine, denn sie werden durch eine höhere Lebensqualität, durch eine höhere Wohnqualität und durch Glücklichsein amortisiert. Seelische Depressionen und Unglücklichsein kosten viel mehr Geld. Nicht zu sprechen von den Kosten, die die Allgemeinheit für Ärzte, Spitäler, Medikamente aufzubringen hat.</p>
<p>Wenn Menschen in einer menschengerechten Umwelt wohnen können, die sie mitgestalten können, anstatt in einer anonymen, feindlichen, aggressiven Betonwüste, dann fliehen sie nicht bei jeder Gelegenheit wie aus einem Konzentrationslager, entweder aufs Land, in die Ferien, in Mittel, die die feindliche Umwelt vergessen machen oder übertönen. Und das kostet auch viel Geld.</p>
<p>Es gibt mehr Lebens- und Arbeitsfreude, weniger Aggressionen und Vandalismus. Auch das ist in Geld berechenbar.</p>
<p>Die Grasbedachungen vermindern Staub, Lärm, Heizkosten, erzeugen Sauerstoff, mindern Klimagegensätze. Auch das sind Kostengewinne. Die Bilanz ist auf alle Fälle positiv.</p>
<p>Das Haus ist kein Öko-Haus. Denn es hat keine Sonnenkollektoren auf dem Dach, keine Humustoiletten, keine Windgeneratoren. Es weidet kein Vieh auf dem Dach, <em>aber man wird etwas Obst und Gemüse auf dem Dach ernten können</em>.</p>
<p>Trotzdem ist es ein ungewöhnliches Haus. Denn es soll in dem Meer von rationellen Häusern eine Oase für Menschlichkeit und für die Natur sein. Es soll die Sehnsucht der Menschen und Romantik verwirklichen. Genau die Romantik, die die rationelle Architektur mit tödlich sterilem Eifer negiert und auszumerzen sucht.</p>
<p>Alle freuen sich, nach Hause zurückzukommen. Denn das Haus funkelt im Sonnenschein und im Mondlicht. Es hat Brunnen, und man kann im Grünen sitzen. Und man blickt mit Wohlgefallen auf die lebenden Mauern und <em>erkennt</em> die lebenden Fenster, die man selbst umgestalten darf, hinter denen man wohnt.</p>
<p><em>Änderungen und Ergänzungen Hundertwassers von 1996 sind kursiv gesetzt.</em></p>
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		<title>Hundertwasser und die Architektur</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jul 2011 09:57:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Fürst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zur Entstehung des Hauses]]></category>

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		<description><![CDATA[Hundertwasser hat sich seit den fünfziger Jahren mit Architektur beschäftigt. Er begann sein Engagement mit Manifesten, Essays und Demonstrationen. 1972 schuf er für die Eurovisions-Sendung des ORF, ZDF und SRG Wünsch dir was u. a. Architekturmodelle, mit denen er seine &#8230; <a href="http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2011/07/19/hundertwasser-und-die-architektur/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hundertwasser hat sich seit den fünfziger Jahren mit Architektur beschäftigt.</p>
<p>Er begann sein Engagement mit Manifesten, Essays und Demonstrationen.</p>
<p>1972 schuf er für die Eurovisions-Sendung des ORF, ZDF und SRG <em>Wünsch dir was</em> u. a. Architekturmodelle, mit denen er seine Ideen der Dachbewaldung,  der Baummieter und des Fensterrechts veranschaulichte und  architektonische Formen wie z. B. das Hoch-Wiesen-Haus, das  Augenschlitzhaus oder das Terrassenhaus entwickelte.</p>
<div id="attachment_295" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/07/ARCH_0017_VI_detail.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-295    " title="Hoch-Wiesen-Hauses, Architekturmodell, 1972" src="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/07/ARCH_0017_VI_detail-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Hoch-Wiesen-Hauses, Architekturmodell, 1972</p></div>
<div id="attachment_293" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/07/ARCH_0017_II.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-293   " title="Terrassenhauses, Architekturmodell, 1972" src="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/07/ARCH_0017_II-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Terrassenhauses, Architekturmodell, 1972</p></div>
<div id="attachment_294" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a class="clearfix" href="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/07/ARCH_0017_V.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-294  " title="Augenschlitzhaus, Architekturmodell, 1972" src="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/07/ARCH_0017_V-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Augenschlitzhaus, Architekturmodell, 1972</p></div>
<div style="clear:both;"></div>
<p>In Vorträgen auf Hochschulen und vor Architektenvereinigungen sprach  Hundertwasser zu den Architekten über seine Anliegen für eine natur- und  menschengerechtere Architektur.</p>
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		<title>Der Ziegelbau</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jul 2011 07:25:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Fürst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hundertwasser zum Haus]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie sehr Vorurteile und Meinungen durch falsche Berichterstattung der Journale gegen alle Evidenz festsitzen, kann ich durch viele Episoden beschreiben. Ein Gegner Hundertwassers und des Hauses steht neben mir, etwa 10 Meter vor dem Rohziegelbau, mit Blick auf die Ziegel &#8230; <a href="http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2011/07/19/der-ziegelbau/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie sehr Vorurteile und Meinungen durch falsche Berichterstattung der Journale gegen alle Evidenz festsitzen, kann ich durch viele Episoden beschreiben.</p>
<div id="attachment_341" class="wp-caption alignright" style="width: 209px"><a href="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/07/Ziegelbau_Lötsch.jpg"><img class="size-medium wp-image-341 " title="Ziegelbau_Lötsch" src="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/07/Ziegelbau_Lötsch-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Der Ziegelbau. Foto: Bernd Lötsch</p></div>
<p>Ein Gegner Hundertwassers und des Hauses steht neben mir, etwa 10 Meter vor dem Rohziegelbau, mit Blick auf die Ziegel und sagt: „Schämen Sie sich denn nicht, einen antiökologischen Betonbunker zu bauen?“ Obwohl ich ihm die Ziegel zeige, ihn an die Ziegelmauer führe und die Ziegel angreifen lasse, bleibt er bei seiner Meinung und publiziert das in der Zeitung.</p>
<p>Ich bin kein Gegner des Betons.</p>
<p>Mit Beton kann man phantastische Dinge bauen:<br />
Z.B. 1. Schiffe (Ferrocementboats); sie sind in Neuseeland, Australien und den USA sehr beliebt und haben einen Geruch innen wie alte Kathedralen mitten auf dem Meer.</p>
<p>2. Unterlagen für hängende Gärten und Wälder auf dem Dach in der Stadtwüste hoch oben.</p>
<p>3. Unsichtbare, außen und innen bewaldete Autostraßen im Stadtbereich usw.</p>
<p>Ich wäre auch mit einem Betonskelettbau aus Einsparungsgründen einverstanden gewesen. Jedoch die Gemeinde Wien hat entschieden, daß das Haus in Ziegelbauweise errichtet wird, wie nur wenige in Wien.</p>
<p>Die Ziegelmauern sind ganz unüblicherweise 38 cm dick. Es wurden drei verschiedene Ziegeltypen verwendet: für die verputzten Mauern außen und innen Hohlziegel und neue Vollziegel; für die sichtbar bleibenden Ziegelmauern der Dachterrassen alte Vollziegel mit dem Kaiserwappen aus Abbruchhäusern.</p>
<p>Beton wurde verwendet für das Fundament und die Tiefgarage, für die Zwischendecken, für die Unterlage der Erdaufschüttungen auf dem Dach, für das Torgewölbe, für die auskragenden Teile und die Kaffeehaus-Terrasse. Wenn man das Haus waagerecht in Brusthöhe durchschneidet, trifft man rundum in den Geschossen nur auf Ziegelmauern.</p>
<p>Hundertwasser, 1985</p>
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		<title>Die Fassade</title>
		<link>http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2011/07/18/die-fassade/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Jul 2011 14:58:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Fürst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hundertwasser zum Haus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Außenwände unserer modernen Häuser sind unsere Gefängnismauern, denn sie sind anonym, emotionslos, aggressiv, herzlos, kalt und gähnend leer. Das sind die freiheitsberaubenden Eigenschaften von Gefängnismauern. Hinter anonymen Mauern sind fensterlose Konzentrationslagerinsassen einquartiert. Beim Haus ist eine individuelle verschiedene, organische &#8230; <a href="http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2011/07/18/die-fassade/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_257" class="wp-caption alignright" style="width: 490px"><a href="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/07/ARcH_44_Pultar_0598_Fassade.jpg"><img class="size-full wp-image-257   " title="Wohneinheiten sind durch unterschiedliche Farben erkennbar. Foto: Kurt Pultar " src="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/07/ARcH_44_Pultar_0598_Fassade.jpg" alt="" width="480" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Wohneinheiten sind durch unterschiedliche Farben erkennbar. Foto: Kurt Pultar </p></div>
<p>Die Außenwände unserer modernen Häuser sind unsere Gefängnismauern, denn sie sind anonym, emotionslos, aggressiv, herzlos, kalt und gähnend leer. Das sind die freiheitsberaubenden Eigenschaften von Gefängnismauern. Hinter anonymen Mauern sind fensterlose Konzentrationslagerinsassen einquartiert.</p>
<p>Beim Haus ist eine individuelle verschiedene, organische Gestaltung der Außenmauer jeder einzelnen Wohneinheit von grundlegender Bedeutung, damit der Bewohner sich auch von außen mit seinem Haus im Haus identifizieren kann. Meine unregelmäßige Gestaltung der Wohneinheiten außen ist nicht denkmalgeschützt, sondern als Vorleistung auf das Fensterrecht jedes einzelnen zu betrachten.</p>
<p>Jedes Haus im Haus hat eine eigene Farbe an der Außenfassade aus durch und durch gefärbtem Putz. Die dunkelgrauen Putzränder werden in die Farbflächen hineingerieben, so daß ein schlummerartiger Übergang entsteht.</p>
<p>Die Wohneinheiten sind rot, blau, gelb, weiß mit dunklem Rand. Und die öffentlichen Gebäude sind außen durch grauen Putz erkenntlich: Stiegenhäuser, Liftschächte, Gänge, Wintergarten, Kinderabenteuerraum, Kaffeehaus-Terrasse, Geschäftslokale. Die farbigen Wohneinheiten werden durch Keramiklinien begrenzt. Diese äußeren Begrenzungslinien der Wohneinheiten mit Keramikbändern folgen nicht dem rechtwinkligen Rastersystem von Wohnungsböden, Wohnungsdecken und Zwischenmauern innen, sondern täuschen außen eine organische Unregelmäßigkeit vor, die innen (noch) nicht existiert.</p>
<p>Hundertwasser, 1985</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Toleranz der Unregelmäßigkeiten</title>
		<link>http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2011/07/18/toleranz-der-unregelmasigkeiten/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Jul 2011 14:49:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Fürst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hundertwasser zum Haus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Schönheitshindernisse und die „Nicht-Reglementierten-Unregelmäßigkeiten“ und die Spontanvegetation sollen toleriert werden. Wenn z.B. senkrechte Regenbahnen von Rost- oder Schmutzteilen die Fassade beleben oder Flecken an der Wand entstehen, so ist dies als schöne und willkommene Bereicherung zu betrachten. Es haben &#8230; <a href="http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2011/07/18/toleranz-der-unregelmasigkeiten/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_249" class="wp-caption aligncenter" style="width: 810px"><a href="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/07/ARCH_44_Pultar_6380_Unregelm.jpg"><img class="size-full wp-image-249  " title="Unregelmäßigkeiten an der Fassade. Foto: Kurt Pultar" src="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/07/ARCH_44_Pultar_6380_Unregelm.jpg" alt="" width="800" height="533" /></a><p class="wp-caption-text">Unregelmäßigkeiten an der Fassade. Foto: Kurt Pultar</p></div>
<p>Die Schönheitshindernisse und die „Nicht-Reglementierten-Unregelmäßigkeiten“ und die Spontanvegetation sollen toleriert werden.</p>
<p>Wenn z.B. senkrechte Regenbahnen von Rost- oder Schmutzteilen die Fassade beleben oder Flecken an der Wand entstehen, so ist dies als schöne und willkommene Bereicherung zu betrachten.</p>
<p>Es haben viele Sandler im Haus geschlafen und anonyme „Künstler“ Wände bekritzelt und beschmiert. Zeugnisse dieser nicht autorisierten Aktivitäten sollen im Haus auch Spuren zurücklassen dürfen, genauso wie Schwalben- und Vogelnester irgendwo am Haus und Gras und Bäume, die irgendwo an hierfür nicht eingeplanten und vorgesehenen Stellen wachsen.</p>
<p>Monogramme und Handabdrücke der Maurer in dem nassen Verputz sollen ebenso belassen werden, wie die zusätzlichen Bereicherungen irgendwo, von irgend jemandem angebracht.</p>
<p>Die Toleranz der „Nicht-Reglementierten-Unregelmäßigkeiten“ ist ein wichtiger Bestandteil des Fensterrechts.</p>
<p>Sterile Sauberkeit, reglementierte Gleichmacherei und Monokulturen in allen ihren Spielarten sind nicht nur der Tod jeglichen Lebens, sondern auch das Symptom des Niedergangs unserer Zivilisation.</p>
<p>Hundertwasser, 1985</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Fenster</title>
		<link>http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2011/07/18/die-fenster/</link>
		<comments>http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2011/07/18/die-fenster/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Jul 2011 14:39:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Fürst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hundertwasser zum Haus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die einen behaupten, die Häuser bestehen aus Mauern. Ich behaupte, die Häuser bestehen aus Fenstern. Ich habe acht Fenstertypen entworfen, die verschieden breit und hoch sind, und sie unregelmäßig in die Wand gesetzt, so daß ein Eindruck entsteht, als ob &#8230; <a href="http://www.hundertwasser-haus.info/blog/2011/07/18/die-fenster/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/07/Fenster_Gelb.png"><img class="size-full wp-image-187 aligncenter" title="Fenster mit Baummieter" src="http://www.hundertwasser-haus.info/wp-content/uploads/2011/07/Fenster_Gelb.png" alt="" width="205" height="156" /></a></p>
<p style="text-align: center;">Die einen behaupten, die Häuser bestehen aus Mauern. Ich behaupte, die Häuser bestehen aus Fenstern.</p>
<p>Ich habe acht Fenstertypen entworfen, die verschieden breit und hoch sind, und sie unregelmäßig in die Wand gesetzt, so daß ein Eindruck entsteht, als ob die Fenster willkürlich tanzen, ohne Rücksicht auf die Innenräume.</p>
<p>Alle Fenster haben Keramikabdeckplatten anstatt des üblichen Zinkblechs, sind verglaste Holzfenster in vier Farben: rot, blau, schwarz und holzfarben.</p>
<p>Fast alle Fenster haben das typisch wienerische T-Kreuz und einen Schlußstein. Viele Fenster haben eine in den Außenmauerton übergehende andersfarbige Umrandung, die das Fensterrecht symbolisieren soll.</p>
<p>Wenn in einer Straße verschiedene Häuser mit verschiedenen Fenstertypen (Fenster-Rassen) nebeneinander stehen, sagt niemand etwas dagegen, z. B. ein Jugendstilhaus mit Jugendstilfenstern, ein modernes Haus mit rechteckigen Fenstern, ein Barockhaus mit barocken Fenstern.</p>
<p>Wenn jedoch diese drei Fenstertypen zu einem Haus gehören, wird das von dogmatischen Planern als Verstoß gegen die Rassentrennung der Fenster, als Vergehen gegen die Apartheid der Fenster empfunden. Warum? Jedes Fenster hat doch einzeln für sich seine Daseinsberechtigung.</p>
<p>Hundertwasser, 1985</p>
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